Effi

Auf offiziellen Papieren heisse ich Ephraim, aber die meisten nennen und kennen mich als Effi. Ich bin queer, non-binär, genderfluid/genderqueer und Pronomen variieren je nach Stimmung und Kontext. Sind mir aber, solang respektvoll genutzt, im Grunde egal.

Mein Rufname/Spitzname war immer schon Ephi. Diesen Spitznamen hab ich mit der Zeit, weil es so mein androgyn-queeres Naturell unterstreicht, verändert zu Effi und mich in der Regel direkt auch so vorgestellt. (Effi ist auch ein Frauenname und es lassen sich damit auch wunderbare Wortspiele anstellen, etwa „Effi Zient“).

Als Kind war ich immer schon ein wenig „anders“, nebst dass mich die typischen Jungen-Themen nicht sonderlich interessierten, fühlte ich mich in der Gesellschaft von überwiegend weiblichen Gruppen wohler. Mein erstes Coming-out hatte ich mit 13-14 in der Familie als schwuler Junge. Damals fühlte ich mich noch richtig beschrieben mit diesen Labels. Aber zu kämpfen hatte ich längere Zeit damit, weil ich nicht den gängigen Rollenvorstellungen entsprach, wie ein Junge oder ein Mann zu sein hat. Sowohl bezüglich Verhaltensweisen oder auch anatomisch gesehen, weil fein gebaut.

Als ich mich im Zuge meiner Selbstentdeckung in der queeren Szene wiederfand, kam in mir die Erkenntnis, dass sich eine ganze Welt befindet zwischen und jenseits der Bilder, mit denen man in der Norm sonst konfrontiert wird. Feminin konnotierte Charakteristiken, die ich zuvor als Makel empfand, habe ich zu akzeptieren und lieben gelernt. „Schwul“ wurde als Label für mich nicht mehr ausreichend. Weil es mich als Person auf die Rolle eines „Mannes“ beschränkt, aber auch jene von potentiellen Partner_innen.

In etwa dieser Zeit habe ich das Kunst-Konzept DRAG („Dressed as a Girl/Guy) für mich entdeckt, als spielerischer Umgang mit Geschlecht als Performance. Der Einfachheit halber habe ich dann auch meinen ohnehin schon androgyn-femininen Spitznamen verwendet als Teil des Alter Egos.

Lustigerweise wurde ich erst dann vermehrt nach meinem „richtigen Namen“ gefragt. Was auch immer damit gemeint ist, weil ich keine klare Linie ziehe zwischen mir in Drag und meinem Alltags-Ich. Die grössten Unterschiede sind die Körpermasse und Verteilung von Farbe und Glitzer.

Um jetzt langsam einen Schlusspunkt zu machen:

Ich bin hier bei du-bist-du, um einen Beitrag für unsere Community zu leisten. Die Welt hat viele Farben und viele Schubladen. Gibts keine klaren Worte, die dich in deiner (geschlechtlichen) Identität beschreiben? Erfinde welche… Oder nimm dir Zeit, dich zu entdecken. Ich versuche mein Möglichstes, dich auf deinem Weg zu unterstützen.

Schreibe mir doch, wenn du Fragen hast oder ich dich unterstützen kann.