Marc

Ich heisse Marc, bin 1994 geboren und trans*. Ich wohne in der Nähe von Basel und bin Student.

Bereits in der Primarschule merkte ich, dass sich meine Interessen stark von denen der anderen „Mädchen“ unterschieden. So verbrachte ich in der Primarschule die meiste Zeit mit den gleichaltrigen Jungs, und genoss es von ihnen akzeptiert zu werden. Als dann die Pubertät anfing, wurde alles komplizierter und schwieriger für mich. Mein Körper veränderte sich, und ich konnte nichts dagegen tun. Und bei den Jungs war ich als „Mädchen“ plötzlich nicht mehr willkommen. Die folgenden Jahre waren kräftezehrend. Ich wurde immer unglücklicher, hatte viele Selbstzweifel und fühlte mich alleine. Deshalb versuchte ich mich so gut es ging den Mädchen anzupassen. Lange hielt ich dieses Anpassen allerdings nicht aus: Ich kleidete mich immer androgyner und männlicher.

Am Gymnasium begann ein neuer Lebensabschnitt. Schnell fand ich Freundinnen, welche mich so akzeptierten wie ich war. Zu dieser Zeit stellte ich mir Fragen wie: warum bin ich unglücklich? Weshalb kann ich nicht wie die anderen Mädchen sein? Selbstzweifel waren allgegenwärtig. Dann dachte ich die Lösung meiner Probleme gefunden zu haben: Ich freundete mich mit dem Gedanken an lesbisch zu sein. Vor allem die sehr männlich wirkenden lesbischen Frauen fand ich faszinierend. Ich wollte so sein wie sie. Als ich dann aber herausfand, dass diese Frauen zufrieden mit ihrem Körper sind und keine Männer sein wollen, war ich wieder am Anfang meiner Suche.

Per Zufall stiess ich im Internet auf Videos von Transmännern. Sofort war ich mir sicher, dass ich auch so bin. Die nächsten zwei Jahre verbrachte ich damit,  Informationen aus dem Internet aufzusaugen und davon zu träumen, selbst einmal Hormone zu nehmen oder den Namen zu wechseln.

Als sich dann jemand aus meiner Schule als Transmann outete war mir klar, dass auch ich mich outen kann. Dies tat ich dann auch zunächst bei meinen Eltern und später bei meinen Freund_innen und Klassenkamerad_innen. Die Reaktionen auf mein Coming-out waren durchwegs positiv, ich konnte auf die Unterstützung aus meinem Umfeld zählen.

Nachdem Coming-out ging es für mich bergauf. Das Gefühl, von den anderen Menschen als Mann wahrgenommen zu werden, war und ist das Schönste für mich. Etwa ein Jahr nach dem Coming-out durfte ich dann mit der Hormontherapie beginnen. Natürlich gibt es nach wie vor Hürden, welche ich zu meistern habe, aber ich bin stolz darauf heute so zu sein wie ich mich schon immer fühlte.

Auch wenn ich die volle Unterstützung meines Umfeldes habe, weiss ich wie wichtig es ist sich mit  anderen Transpersonen auszutauschen, zumal ich glaube, dass dieses Phänomen nur von Transmenschen verstanden werden kann. Viele intensive Gespräche mit anderen Transmännern halfen mir enorm auf meinem Weg. Weil nicht jeder in seinem Umfeld einen anderen Transmenschen hat, den man um Rat bitten kann, engagiere ich mich bei du-bist-du.

Schreibe mir doch, wenn du Fragen hast oder ich dich unterstützen kann.