Pascal

Mein Name ist Pascal und ich wurde 1999 in Bern geboren und lebe bis heute hier. Zurzeit bin ich an der FMS und bereite mich dort auf ein Studium in den Fachrichtungen Psychologie, Pädagogik oder Gesundheit vor. Zu meiner Homosexualität stehe ich sehr offen.

Ich merkte bereits relativ früh, dass ich anders bin als die anderen Jungs in meiner Klasse. Da ich in meiner Schulzeit immer gemobbt wurde, wollte ich auf keinen Fall noch mehr Aufmerksamkeit erregen; ich wusste auch noch gar nicht, was mit mir anders war. In der Oberstufe fing ich langsam an zu verstehen, was ich fühlte. Da mir immer das «klassische Familienmodell» vorgelebt und eingetrichtert wurde, hatte ich aber sehr lange Mühe meine Homosexualität zu akzeptieren. Ich wusste zudem überhaupt nicht, wie meine Eltern und meine restlichen Verwandten zu diesem Thema stehen.

Als ich mich dann endlich so akzeptieren konnte, wie ich bin, fing ich ganz langsam und vorsichtig damit an, mich bei anderen zu outen. Als erstes erzählte ich es meiner damals besten Freundin, danach meiner Mutter und meiner Schwester. Durch ihr positives Feedback wurde ich selbstbewusster und erzählte, nach einigen Monaten, allen Mädchen aus meiner Klasse, dass ich schwul bin. Gegen Ende der Oberstufe wurde das ganze zu einem offenen Geheimnis und ich merkte, wie hinter meinem Rücken über mich getuschelt und gelacht wurde. Zum Glück hatte ich zu diesem Zeitpunkt genügend Selbstvertrauen zurückgewonnen, so dass mir diese Kommentare relativ egal waren.

Als für mich, nach neun langen Jahren an der Volksschule, endlich ein Neuanfang an der FMS in Sicht war, wusste ich, dass ich mich dort vor absolut niemandem verstecken würde. Genauso ist es nun auch gekommen und ich bereue es überhaupt nicht, diesen Schritt gewagt zu haben.

Ein Zitat von Hans Kasper, welches ich einmal ganz beiläufig gelesen habe, wollte mir bis heute nicht mehr aus dem Kopf. Inzwischen könnte man schon fast sagen, dass es eine Art Lebensmotto für mich geworden ist. Es hat mir schon einige Male Mut und Hoffnung spenden können.
«Die Humanität erreichte mehr, wenn sie, statt Gleichheit zu loben, zum Respekt vor dem Wunder der Vielfalt riete.»

Bei du-bist-du engagiere ich mich, weil jeder so leben und lieben können sollte, wie er es möchte. Wir alle sind unersetzbare Individuen und wir müssen stolz darauf sein, wer wir sind.

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