Phyllis

Ich heisse Phyllis, bin 1995 geboren und lesbisch. Ich lebe im Kanton Aargau und absolviere eine Ausbildung.

Bis ich 16 Jahre alt war, lebte ich in Berlin. Das Thema Homosexualität wurde in meiner Familie oft besprochen und war nie ein Problem. Wahrscheinlich weil meine  Mutter schon früh wusste, dass ich anders bin als die anderen. Bereits im Kindergarten spielte ich gerne den Prinzen, der die Prinzessin vor dem bösen Drachen rettete. Mit 14 verliebte ich mich dann in eine gute Freundin und setzte mich somit das erste Mal mit meiner Sexualität auseinander. Für mich war schnell klar, dass es nicht nur freundschaftliche Gefühle sind. Ich outete mich als bisexuell, weil ich es immernoch in Betracht ziehen konnte, eine Beziehung mit einem Jungen zu führen.

Als ich mit fast 17 in die Schweiz zog, veränderte sich mein Leben schlagartig. Ich verliebte mich in meine Klassenkameradin und nach einem halben Jahr kamen wir auch zusammen.

Ab da wusste ich: Ich bin lesbisch. Ich konnte mir nicht mehr nur ansatzweise vorstellen, eine Beziehung mit einem Jungen zu führen. Nur noch auf freundschaftlicher Basis. Eine grosse Hilfe war für mich, dass meine Eltern meine Freundin als meine Partnerin akzeptierten – ohne Gegenwehr. Meine Eltern unterstützten mich auf ihre jeweils eigene Art und Weise, wodurch ich lernte zu mir zu stehen und offen mit meiner Sexualität umzugehen.

In meinem Freundeskreis verlief mein Coming-out problemlos. Als ich auf Gegenwehr von Seiten meiner Klassenkameraden gestossen bin, stand ich trotzdem zu mir und liess mich nicht unterkriegen.

Ich engangiere mich für du-bist-du , weil ich anderen Mädchen Mut machen will, zu sich selbst zu stehen. Es ist wichtig, nicht die Erwartungen der anderen zu erfüllen, sondern zu dem zu stehen, was man ist und was man sein will. Auch wenn es bedeutet gegen Widerstände anzukämpfen.

Schreibe mir doch, wenn du Fragen hast oder ich dich unterstützen kann.