Salome

Ich heisse Salome, bin 1991 geboren und bin trans* und pansexuell. Momentan lebe ich in Aarau und studiere in Zürich Psychologie und Persisch.

Bei Geburt wurde mir das männliche Geschlecht zugewiesen, womit ich lange recht gut leben konnte. Als Kind war mir das auch ziemlich egal, zum Glück wurden in meiner Familie sehr wenige Geschlechternormen durchgesetzt.

Während der Pubertät wurde es mir unwohl mit meiner Geschlechterrolle. Ich outete mich dann aber als schwul, und fühlte mich als Teil der LGBT-Community und als nicht-heteronormative Person gut aufgehoben. Geschlecht sah ich als soziales Konstrukt, und damit war das Thema abgehakt/verdrängt. So versuchte ich mich mit meinem zugewiesenen Geschlecht abzufinden.

Mit 23 stiess ich dann auf das Thema Trans*, speziell auf Vlogs von Transpersonen. – Jesses, Transmenschen können schön, glücklich und erfolgreich sein!? Ich kann mein Geschlecht selber definieren, entgegen den gesellschaftlichen Erwartungen und ohne psychisch krank zu sein? Erleichtert und fasziniert stürzte ich mich in das Thema.

Einige Wochen später mit unzähligen Binge-Watching-Nächten und Kennenlernen von anderen jungen Transleuten war mir klar, ich bin selbst trans* und eine Frau. Was für eine Befreiung mein Geschlecht zu verstehen! Zwar noch verwirrt, aber voller Euphorie machte ich mich daran, mein Geschlecht endlich authentisch zu leben.

Der erste Schritt war das Coming-out im inneren Kreis von Familie und Freunden, was ziemlich reibungslos verlief. Einigen fiel es leicht den Namen und die Pronomen zu wechseln, andere brauchten etwas länger, aber besonders überrascht waren wenige. Über die nächsten Monate outete ich mich auch Schritt für Schritt an der Uni und meinen Arbeitsorten. Die Reaktionen waren durchgehend gut oder zumindest gut gemeint =).

Inzwischen bin ich gut unterwegs im Dschungel von sozialer, medizinischer und rechtlicher Transition, und habe die meisten der für mich wichtigen Schritte getan. Obwohl man als Transperson manchmal Schwierigkeiten erfährt finde ich es auch toll trans* zu sein.

Der Austausch mit anderen Transpersonen war und ist für mich sehr wichtig, vor allem zu Beginn der Transition konnte ich von der Unterstützung anderer Transpersonen viel profitieren. Diese Unterstützung möchte ich weiter geben.

Schreibe mir doch, wenn du Fragen hast oder ich dich unterstützen kann.