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„Wir zeigen uns“ zu Gast bei Tele 1

Sehnsüchtig wurde unsere Kampagne „Wir zeigen uns“ erwartet und nun ist sie mit grossem Erfolg gestartet. In der Galerie zeigen sich über 200 LGBTIQ-Menschen und setzen sich unter anderem gegen Homo- und Transphobie ein. Like uns auf Facebook, dort posten wir regelmässig Bilder und können dadurch junge Menschen in ihrem Coming-out unterstützen.

Auch das Fernsehen ist auf „Wir zeigen uns“ aufmerksam geworden. Im Interview mit Tele 1 werden Fragen zur gegenwärtigen Situation von LGBTIQ-Menschen besprochen. Die politischen und persönlichen Themen zeigen, wie wichtig und aktuell unsere Kampagne „Wir zeigen uns“ ist.

Hier geht’s direkt zum Interview:

http://www.tele1.ch/tv-programm/sendungen/fokus.aspx

 

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du-bist-du am OpenAir St. Gallen

20. Juli 2016

Vor gut zwei Wochen engagierte sich die Fachgruppe aufsuchende Jugendarbeit von du-bist-du am OpenAir St. Gallen. Acht Volunteers reisten an, um die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St. Gallen bei ihrer Präventions-und Aufklärungsarbeit zu unterstützen.

Am Stand konnten sich die Besucher_innen über die Themen sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität informieren und austauschen und dank du-bist-du auch mehr über sexuelle Vielfalt erfahren. du-bist-du trat zum ersten Mal mit der neuen Fotokampagne Wir zeigen uns auf und präsentierte erste Fotos von LGBT Menschen. Das kam sehr gut an und führte zu interessanten Gesprächen mit den sehr offenen und toleranten Standbesucher_innen.  Die Arbeit und das Festival ansich waren trotz Regen und Schlamm ein voller Erfolg und ein guter Start für die weiteren geplanten Sensibilisierungsaktionen im heteronormativen Umfeld.

Antonia, Volunteer bei du-bist-du
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Fotoshooting für Wir zeigen uns

10. Mai 2016

Die neue Kampagne Wir zeigen uns von du-bist-du setzt sich gegen die Diskriminierung von LGBT Menschen ein und unterstützt Jugendliche, die sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung und/oder Geschlechtsidentität unsicher fühlen.

Trotz super Wetter und Muttertag nahmen am letzten Sonntag über 40 LGBT Menschen an unserem ersten Fotoshooting teil! Die Portraits werden nun mit der Berufsbezeichnung und der sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität beschriftet und je nach Auswahl auf unserer Website, Facebook oder für Printmaterial verwendet. Über den Start der Kampagne werden wir euch auf verschiedenen Kanälen informieren.

Wir bedanken uns herzlichst bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und die super Stimmung! Auch ein herzliches Dankeschön geht an unser Fotografen-Team von azure art, an unsere Apéro-Sponsoren  Huusmaa und Les Garçons und natürlich an die bezaubernde Jazzmin Dian Moore!

Konntet ihr nicht dabei sein? Eine weitere Möglichkeit euch fotografieren zu lassen habt ihr an der diesjährigen Zurich Pride. Kommt bei uns am Stand vorbei und werdet Teil unserer Kampagne!

 

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Besuch beim Jugendtreff JAM

28. März 2016

du-bist-du ist schon lange nicht mehr „nur“ eine Beratungsplattform. Unser Programm befindet sich im ständigen Wandel und wächst. Dazu gehört auch ein neues Angebot, das sich momentan in der Pilotphase befindet: die aufsuchende Jugendarbeit.

Letzte Woche waren wir zu Besuch beim Jugendtreff JAM in Widen. Ein sehr spannendes Erlebnis. Vielen Dank den jungen Menschen für ihre Offenheit und den Jugendarbeiter_innen für das grosse Engagement!

 

 

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Vier du-bist-du-Hochzeiten und eine abgelehnte Initiative

6. März 2016

Die Auszählung der Stimmen der letzten Schweizer Wahlen ist nun eine Woche her. Auch eine Woche ist es her, seitdem wir uns freuen können, dass die Ehe-Definition als „zwischen Mann und Frau“ der Schweizer Bundesverfassung fern bleibt. Das Resultat war unverschämt knapp: Mit 50,8% der Stimmen wurde die Heiratsstrafe-Initiative der CVP abgelehnt.

Der Nachmittag des Abstimmungssonntags glich einer Zitterpartie. Es schien als wären die Befürworter_innen im Vorteil. Ein Kanton nach dem anderen sprach sich für die Annahme aus. Die bevölkerungsreichen Kantone wie Zürich, Bern oder Waadt stellten unsere letzte Hoffnung dar: Würden sie die Initiative ablehnen, so wäre das Völkermehr in Reichweite, trotz des Ständemehrs.

Am Abend durften wir uns zum Glück freuen!

 

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Das knappe Endergebnis der Wahlen zur Initiative „Abschaffung der Heiratsstrafe“. Wir haben es geschafft!

 

Die letzten Wahlen waren einzigartig (nicht nur aufgrund der extrem hohen Stimmbeteiligung von 63,01%).
Während der Zeit des Wahlkampfes sahen wir die Entstehung einer Bewegung in unserer Community. Die Kampagne „Gemeinsam weiter“ erreichte wöchentlich abertausende von Menschen und prägte mit ihrer kreativen Foto- und Film-Kampagne die Facebook-Walls vieler Nutzer_innen. LGBT-Organisationen sprachen sich gegen die Initiative aus, Privatpersonen klärten ihre Mitmenschen über die Problematik der geplanten Ehe-Definition auf und immer mehr Leute wurden mobilisiert. Wir haben als Gemeinschaft die Gefahren dieser diskriminierenden Initiative erkannt und haben gekämpft – mit Erfolg!

Wären wir ruhig geblieben, so hätte das Resultat anders ausgesehen. Ein wunderbares Zeichen dafür, dass unser Kampf gegen die Diskriminierung Früchte trägt und wir ihn weiterführen müssen, bis wir die komplette Gleichstellung erreicht haben.

Die CVP-Initiative war unsere Feuerprobe – die „Ehe für alle“ ist unser nächstes Ziel!

 

Auch wir von du-bist-du haben uns mit einer Aktion für die Ablehnung der Heiratsstrafe-Initiative eingesetzt. In vier Schweizer Städten haben wir eine Hochzeit eines gleichgeschlechtlichen Pärchens inszeniert. Unsere Volunteers sind als Ehe-Paar und als Pfarrer_in aufgetreten. Weitere Helfer_innen haben den Passant_innen Flyer verteilt und aufklärende Gespräche geführt.

Die Reaktionen der Passant_innen waren vielzählig – meistens positiv, einige aber auch negativ. Auf jeden Fall gelang es uns, einen Wandel in den Ansichten von einigen Menschen zu erreichen.
Wir sind stolz, Teil dieser Bewegung gewesen zu sein und werden uns weiterhin engagieren. Unser Ziel ist die komplette Gleichstellung!

Hier einige Impressionen unserer vier Aktionen:

 

Zürich

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Aarau

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Frauenfeld

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Bern

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Vielen Dank an alle, die sich im Kampf gegen die CVP-Initative eingesetzt haben!

Benefiz-Lotto in der Cranberry-Bar: „Schüttle!“

 

Am 28. Januar 2016 fand der Benefiz-Lotto-Event der Cranberry-Bar in Zürich statt. Durchgeführt wurde das Lotto von der charmanten Drag-Queen Pia Spatz. Die Einnahmen des Lottos gingen an du-bist-du.

Viele farbige Zettel, jede Menge grüner du-bist-du-Kugelschreiber und eine Bar voll gut gelaunter Lottspieler_innen – das fasst den Abend wohl am besten zusammen. Für schlappe fünf Franken konnte man sich einen Zettel kaufen mit den insgesamt 15 Zahlen, die es galt durchzustreichen. Die rothaarige Dame am Mikrofon mit dem Glücks-Säckchen, Pia Spatz, zog eine Zahl nach der anderen und verkündete sie den gespannten Lottospieler_innen. „Lotto!“, schrie die glückliche Person in die Menge, wenn sie als erste eine, zwei oder drei Reihen vervollständigt hatte (meistens gefolgt von einem unzufriedenen Stöhnen der restlichen Barbesucher_innen). Einen Preis konnten nicht alle abstauben aber Spass hatten sie sichtlich alle. Zu gewinnen gab es von Sekt-Flaschen bis hin zum Gutschein für einen Schlittel-Plausch so einiges.

Wir vom du-bist-du-Team, die beim Lotto mitgespielt haben, hatten nicht viel Glück. Trotzdem hat sich der Abend mehr als gelohnt. Die Einnahmen des Benefiz-Lottos werden uns in unseren Tätigkeitsbereichen sehr unterstützen.

Unser Dank gilt allen Mitspieler_innen und auch Pia Spatz und der Cranberry-Bar, die uns charmant durch den Abend begleitet haben. Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst: „Schüttle!“

 

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Was benötigt ein Kind? Braucht ein Kind Mutter und Vater?

20. November 2015

 

In der Schweizer Politik wird zurzeit im Rahmen von verschiedenen Initiativen die Gleichstellung von Homosexuellen thematisiert. In diesem Zusammenhang wird zunehmend auch über Kinder und deren Wohl gesprochen. In der SRF Arena zum Thema: „Homo-Ehe, Homo-Adoption – brauchen wir das wirklich?“ diskutierten der Sprecher des katholischen Bischofs Huonder, eine SVP-Nationalrätin, eine SP-Nationalrätin und ein schwuler Musiker unter anderem darüber, was denn ein Kind braucht. Dabei fehlte es bei den Befürwortern wie auch bei den Gegnern an fundierten Argumenten. Die häufigste Aussage gegen ein allgemeines Adoptionsrecht „Ein Kind braucht Vater und Mutter“ wird von den unterschiedlichsten Quellen wiederholt, bleibt aber ohne Erklärung.

Kathrin Meng, Studentin an der Universität Zürich, hat bei Dr. med. Meng, Kinder- und Jugendpsychiater, nachgefragt:
„Was braucht ein Kind?“.

 

 

Herr Meng, in der Diskussion um homosexuelle Eltern und deren Kinder wird oft behauptet, dass ein Kind eine Mutter und einen Vater benötigt. Ist dies notwendig für gesunde Kinder?

Grundsätzlich ist die Aussage, dass ein Kind ein väterliches und ein mütterliches Vorbild braucht, richtig. Es gilt aber zu unterscheiden zwischen Mutter und Vater als Personen und den Prinzipien, die diese darstellen: das sogenannte Mutter- beziehungsweise Vaterprinzip. Diese Prinzipien sind Rollenvorbilder, die nicht an sexuelles Geschlecht geknüpft, sondern grundsätzlicher Art sind. Somit müssen diese weder die zuhause lebenden Eltern sein, noch Frau und Mann. Typischerweise helfen verschiedene Menschen aus dem Umfeld des Kindes bei der Herausbildung dieser letztlich inneren Bilder von Vater und Mutter mit. Dies ist auch so bei Kindern, die bei heterosexuellen Paaren aufwachsen. Wäre dies anders, würde das bedeuten, dass alleinerziehende Eltern nicht in der Lage wären, Kinder gesund grosszuziehen, was Unsinn ist. Diese Aufteilung gibt es in jedem Menschen und in jeder Paarbeziehung, wobei sich das nicht notwendigerweise an einem Geschlecht orientiert. So gibt es auch bei gemischtgeschlechtlichen Paaren Rollenverteilungen, in denen der Mann eher das Mutterprinzip in die Elternschaft einbringt und die Frau eher das Vaterprinzip. Daraus lässt sich schliessen, dass auch gleichgeschlechtliche Eltern einem Kind bezüglich Mutter- und Vaterrolle einwandfreie Vorbilder sein können.

 

 

„Es gibt auch bei gemischtgeschlechtlichen Paaren Rollenverteilungen, in denen der Mann eher das Mutterprinzip in die Elternschaft einbringt und die Frau eher das Vaterprinzip.“

 

Wozu dient dieses mütterliche und väterliche Prinzip und wieso müssen Kinder dieses lernen?

Jeder gesunde Mensch muss für sich ein Vater- und ein Mutterprinzip entwickeln und verinnerlichen. Diese beiden Rollen sind unabdingbar für die erfolgreiche Gestaltung und Bewältigung des Lebens. Ist das Mutterprinzip eine fürsorgliche, behütende Instanz, so ist das Vaterprinzip eine ermunternde, anspornende Kraft. Dabei kann eine Überdosis Vaterprinzip in die Rebellion (bis hin zur Kriminalität) führen, und eine Überdosis Mutterprinzip in die Arbeitsunfähigkeit (bis hin zur Invalidität). Psychologisch betrachtet ist ein Vater nicht in erster Linie an einen männlichen Körper gebunden, sondern ist eine tiefer liegende, seelisch wirksame Instanz. Wichtig ist, dass diese beiden inneren Wirkfaktoren miteinander in einem konstruktiven, respektvollen Dialog stehen. Das ist viel wichtiger, als dass sie in der Aussenwelt in einem entsprechenden physischen Körper stecken.

 

Grundsätzlich gefragt: Wie kommt es zu einem gesunden Kind?

Die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Elternschaft und das gesunde Heranwachsen eines Kindes ist eine grundsätzlich liebevoll, zugewandte, konstante und bedingungslose Fürsorge und Beziehung dem Kind gegenüber. Gelingt dies nicht, drohen bedeutend schwerwiegendere Konsequenzen als bei eventuell nicht perfekter väterlich-mütterlicher Rollenaufteilung. Wobei die Gefahr hierzu bei gemischtgeschlechtlichen Paaren genauso droht, wie bei homosexuellen. Bildlich gesprochen wäre die fehlende liebevolle Zuneigung das Loch im Boot, welches es sinken lässt, und die nicht perfekte mütterlich-väterliche Rollenaufteilung der Kratzer im Lack; suboptimal aber ungefährlich.

 

„Die wichtigste Bedingung für erfolgreiche Elternschaft und das gesunde Heranwachsen eines Kindes ist eine grundsätzlich liebevoll, zugewandte, konstante und bedingungslose Fürsorge und Beziehung dem Kind gegenüber.“

 

Wer bestimmt bei gleichgeschlechtlichen Eltern wer die Mutter und wer der Vater ist?

Paare finden sich, homo wie hetero, entsprechend den individuellen Tendenzen und Neigungen. Auch bei homosexuellen Paaren lässt sich eine Aufteilung von weiblichen und männlichen Rollen beobachten.

 

Wie ist es für Kinder, die mit zwei männlichen oder weiblichen Elternteilen aufwachsen, wenn sie im Umfeld erleben, dass die anderen Kinder zuhause Mann und Frau oder eine Einzelperson haben? Fühlen sich diese Kinder nicht benachteiligt?

Ob sich ein Kind benachteiligt fühlt, hängt primär vom Selbstbewusstsein der Eltern ab. Kinder lernen vor allem anhand der Mimik der Eltern, was „normal“ bedeutet. In neuen, unbekannten Situationen lernen Kinder von ihren Bezugspersonen und erkennen anhand deren Emotionen blitzschnell, was eine angemessene Reaktion ist. Wenn ein Kind zum ersten Mal einer Katze begegnet, weiss es nicht, wie es reagieren soll und liest im Gesicht der Bezugsperson zum Beispiel, dass Katzen ungefährlich sind und gestreichelt werden können. Überdies sind Kinder geschickte Leser der Innenwelt ihrer Bezugspersonen. Nachrichten, die dort für sie abgelegt werden, wirken stärker als Klassenklatsch.

 

 

Zu der Person:

Dr. med. Meng war als Oberarzt langjähriger ärztlicher Leiter der jugendpsychiatrischen Abteilung in Basel, später Chefarzt des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes des Kanton Aargau. Aktuell arbeitet er in einer privater Praxis in Basel als Psychiater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er ist Vater von vier erwachsenen Kindern.

 

 


 

Coming-Out-Day

11. Oktober 2015

Der 11. Oktober ist der internationale Coming-Out-Day. Wir von du-bist-du wünschen uns, dass eines Tages jeder Mensch den Mut finden wird, bedingungslos zu sich selbst zu stehen. Deshalb ist es klar, dass auch wir an einem solche passenden Tag nicht fehlen dürfen.

Auch wenn sichtlich bereits herbstliche Temperaturen herrschen – Daniel und Philipp vom du-bist-du-Team waren in Basel und Baden mit einem Stand dabei und haben sich tatkräftig für die Sache eingesetzt.

 

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Workshop am Lesbenkongress: Unsere Beraterinnen erzählen

19. September 2015

Phyllis, Judith, Julia und Giulia waren zusammen am Lesbenkongress am 19. September in Zürich und haben von ihren Tätigkeiten und Erfahrungen als Beraterinnen bei du-bist-du erzählt. Es war ein toller Workshop mit vielen interessierten Teilnehmerinnen.

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Du-bist-du am Gaywest

15. August 2015

Just be yourself!

Das Gaywest findet jährlich auf dem Bundesplatz in Bern statt. Dieses Festival, bei dem innländische Künstler auftreten, wird von Schwulen und Lesben organisiert und für Menschen aller Art veranstaltet – egal ob hetero, homo, bi, trans oder cis. Es hat sich zum Ziel gemacht, Brücken zu bauen zwischen den verschiedenen Arten von Menschen.

Wir waren dort auch vertreten mit einem Stand und haben uns ebenfalls dem gleichen Ziel gewidmet. Auch wenn das Wetter nicht optimal war – um uns vom Bundesplatz fernzuhalten hat es nicht gereicht.

 

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Homosexualität und Religion: Zwei Bischöfe. Zwei Meinungen.

 8. August 2015

Huonder. Der Bischof des Bistums Chur. Das erste Mal stolperte ich über diesen Namen als ich vor einigen Jahren für eine Schularbeit in der Berufsschule Chur einen kirchlichen Vertreter suchte, der mir meine Fragen zu der gleichgeschlechtlichen Ehe beantworten kann. Es war jugendliche Naivität zu denken, dass ich eine Antwort erhalten würde. Im Nachhinein auch absolut klar weshalb.

Schon letztes Jahr hat er für Schlagzeilen gesorgt als er einen Pfarrer aus dem Ort Bürglen im Kanton Uri entlassen wollte. Weshalb? Weil dieser Pfarrer ein lesbisches Paar gesegnet hatte!

Natürlich ist es absolut in Ordnung einen Blechhaufen zu segnen, der die von Gott geschaffene Welt mit seinen Abgasen verpestet. Aber Gott bewahre man segnet zwei Menschen die sich lieben!

Der Aufschrei über diesen Entscheid war gross. Geschlossen stand Bürglen hinter ihren Pfarrer und widersetzten sich der Aufforderung aus dem Bündnerland. Anfangs stand der Pfarrer zu seiner Entscheidung. Doch schlussendlich musste er nachgeben, um seine Anstellung behalten zu können. In Bürglen werden zukünftig nie mehr homosexuelle Paare gesegnet – jedenfalls nicht von ihm.

Weiter ging der Aufruhr als der Mediensprecher des Bistums Chur Giuseppe Gracia in der SRF-Arena in die Diskussion miteinbezogen wurde. „Gleichgeschlechtliche Ehe“ war das Thema. Von Seiten des Mediensprechers waren die Worte „sexueller Rassismus“ (was auch immer das sein soll) und „Ihr seid doch selbst nicht tolerant!“ zu hören. Das Kopfschütteln der Diskussionspartner fand ich absolut nachvollziehbar. Hier könnt ihr mehr über dieses Wortgefecht erfahren, das zu keinem Schluss gekommen ist.

Eines muss man Huonder lassen: Er polarisiert. Trotz all dem Gegenspruch gibt er nicht so schnell nach mit seinen Predigten – und die Medien lieben es.

Am Forum „Freude am Glauben“ im deutschen Fulda hat er sich vehement gegen die gleichgeschlechtliche Ehe, Sexualkunde, Gendertheorien und Scheidung ausgesprochen und ist ausführlich auf die dazugehörigen Bibelstellen eingegangen. Hier darf die eine Bibelstelle natürlich nicht fehlen:

 

„Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen.“ (Über weibliche Homosexualität steht nichts in der Bibel)

 

Der Schaden den diese kleine Bibelstelle angerichtet hat ist nicht auszumalen. Es ist kein natürliches Verhalten des Menschen homophob zu sein. Doch die Männer, die vor zweitausend Jahren die Bibel schrieben, sahen das anders, und öffneten die Tore für zweitausend Jahre, in denen Homosexuelle noch bis zum heutigen Tag in manchen Ländern gejagt, getötet und (sogar noch bei uns) diskriminiert werden. Diese kleine, vollkommen überbewertete Bibelstelle.

Weshalb überbewertet? Weil im genau gleichen Testament – dem alten – die Passagen drinstehen, in denen die Todesstrafe auch für Wochenend-Arbeiter, Meeresfrüchte-Esser und so ziemlich jeden Mensch vorgesehen ist, der jemals Kleider anhatte. (Hierzu ein unterhaltsamer Bericht von Watson, der noch weiter auf das Thema eingeht)

Zu versuchen diese ungleichmässige Gewichtung des Alten Testaments den Verfechtern klarzumachen ist meistens vergeblich. Würde man von ihnen verlangen ihre biblischen Texte einzuhalten, wie sie es auch gerne bei der Homosexualität täten, so würde der katholischen Kirche nicht mehr viele Mitglieder bleiben.

Die Scheidung verbieten weil es so in der Bibel steht? Natürlich nicht.
Die Sklaverei wieder salontauglich machen? Spinnst du!?

Aber die gleichgeschlechtliche Ehe verhindern wollen. Klar doch!

 

Doch es gibt zum Glück auch andere Kirchenvertreter. In einem Schreiben des St. Galler Bischofs Markus Büchel äussert er sich ebenfalls zur Sicht der katholischen Kirche auf die Homosexualität. Darin plädiert er für einen Umgang mit den Mitmenschen, der von Nächstenliebe und Wertschätzung geprägt ist und nicht von biblischen Texten, die in einer lange vergangenen Zeit entstanden sind.

 

„Für die Förderung des Wohls der Person ist nun weniger die hetero- oder homosexuelle Neigung entscheidend als vielmehr der verantwortungsvolle Umgang mit Sexualität und allen anderen Dimensionen in einer Beziehung (wie Achtsamkeit, Sorgfalt, Respekt oder Treue).“ Schreibt der sanktgaller Bischof. „Freuen wir uns an jeder Beziehung, in der sich die Partner als gleichwertige, wertvolle, geliebte Kinder Gottes annehmen, die Würde des anderen achten und das Wohl der Personen befördern!“. (Hier das gesamte Schreiben)

 

Auch andere kirchliche Institutionen haben die Äusserungen von Huonder aufs schärfste kritisiert.

Religion kann etwas sehr Schönes sein und es soll jeder respektiert werden, der den Glauben als festen Bestandteil seines Lebens sieht. Aber genauso sollte jeder Gläubige jene Menschen respektieren, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen. Eine Religion, die auf Nächstenliebe und Respekt basiert, ist eine gute Religion. Das Christentum kann durchaus solch eine Religion sein. Der Bischof Büchel ist hier das beste Beispiel.

Huonder hingegen ist das genaue Gegenbeispiel. Länder legalisieren die gleichgeschlechtliche Ehe und die Akzeptanz in der Gesellschaft wird immer grösser. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Doch der Weg ist noch nicht fertiggelaufen. Auf dem Weg werden wir noch über weitere hasserfüllte Steine stolpern, die meinen sie können den gesamten Pfad versperren. Doch diese werden weniger und unser Weg wird immer einfacher zu beschreiten. Und kein Huonder wird etwas daran ändern können.

 

Mit nächstenliebenden Grüssen
Ricardo

 

Zusatz: Mittlerweile hat der Bischof Huonder sich in einer Stellungnahme für das „Missverständnis“ entschuldigt, das entstanden sei. Er schreibt darin, dass Homosexuellen mit Achtung, Mitleid und Takt begegnet werden sollte. Er behandelt Homosexuelle mit Respekt, wünscht sich aber, dass jeder Homosexuelle in Keuschheit lebt und seine sexuelle Orientierung bekämpft und nach der göttlichen Weisung lebt. Er berufe sich auf die Grundsätze des christlichen Glaubens und habe nur diese zitiert. So versucht er also die Verantwortung auf die niedergeschriebenen Grundsätze des Christentums zu übertragen. Das klingt für mich wie „Ich kann nichts dafür! Es steht so dort!“. Eine ziemlich schlechte Entschuldigung. Hier die gesamte Stellungnahme.

 


 

du-bist-du an der Sommerakademie 2015

20. Juli 2015

«If you are always trying to be normal you will never know how amazing you can be.»
Maya Angelou, 1928-2014, Schriftstellerin und Bürgerrechtlerin

 

Die Sommerakademie 2015 von infoklick.ch widmete sich vom 13. bis 16. Juli dem Thema Normalität in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Gäste der Akademie waren primär Fachkräfte, die mit Jugendlichen zu tun haben.

Wir von du-bist-du waren mit einem Projektstand vertreten, mit welchem wir auf unsere Arbeit aufmerksam gemacht haben. Während der gesamten Akademie konnten Kontakte geknüpft werden und wir hatten viele Gelegenheiten, den Teilnehmer_innen zu erzählen, was wir uns zur Aufgabe gemacht haben. Dadurch sind viele spannende Gespräche entstanden. Einmal mehr wurde uns klar, wie aktuell und wichtig unsere Arbeit ist.

Wir haben uns über das Interesse und die positiven Feedbacks gegenüber unserer Organisation sehr gefreut. Besonders der Name „Du bist du“ ist auf grossen Anklang gestossen, weil er jede Einzigartigkeit einschliesst, nicht nur bezogen auf die sexuelle Identität und die sexuelle Orientierung.

Wir blicken auf spannende Tage mit vielen Inputs und anregenden Gesprächen zurück!
Vielen Dank!

 

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du-bist-du am CSD Kreuzlingen 2015

14. Juli 2015

Der CSD in Kreuzlingen und Konstanz ist einmalig auf der Welt: es ist der einzige grenzüberschreitende Chrisopher Street Day überhaupt! Am Samstagvormittag des 11. Juli ging es mit dem Demonstrationsumzug los in der Schweiz und endete in Deutschland. Der sogenannte „CSD am See“ setzte sich unter dem Motte „Liebe an allen Ufern“ für mehr Akzeptanz und Gleichberechtigung ein.

Mehrere hundert Teilnehmer_innen und Schaulustige waren dabei – darunter auch einige von uns von du-bist-du. Wir konnten wieder viele tolle Gespräche führen und haben jede Menge neue Leute kennengelernt. Das Interesse für du-bist-du war sehr gross!

 

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Film: du-bist-du am Zurich Pride Festival 2015

23. Juni 2015

Unser Film zum Demonstrationsumzug der Zurich Pride 2015:
„Mit Regenbögen gegen Regenwetter!“

Es war ein wunderbarer Umzug voller Liebe, Akzeptanz und speziellen Persönlichkeiten. Das alles haben wir für euch in zwei Minuten reingepackt. Viel Spass beim Anschauen!

 

 


 

Willkommen auf dem du-bist-du-Blog!

22. Juni 2015

Was ist du-bist-du? Wo sind wir vertreten? Was machen wir alles? Wo engagieren wir uns? Was ist uns wichtig? Zu all diesen Fragen wird hier auf unserem Blog informiert.

Hier wirst du von unseren Erfahrungsberichten, Erlebnisvideos, Fotos bis hin zu Texte rund ums Thema Akzeptanz, Coming-Out und LGBT (Lesbian, Gay, Bi and Transgender) alles finden!

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