Coming-out im Militär

Militär und homosexuell geht das?

Wie du bestimmt weisst, ist es in der Schweiz Pflicht, dass die männlichen Bürger Militärdienst leisten. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, wie das als Schwuler denn sein wird oder du hast gehört, dass das Militär eine stark homophobe Einstellung hat. Vielleicht stehst du aber auch kurz vor deiner Rekrutenschule und weisst nicht, wie und ob du dich bei deinen Kameraden oder deinen militärischen Vorgesetzten outen sollst. Wir versuchen dich bei diesen und ähnlichen Fragen zu unterstützen.

Vielfalt wird begrüsst

Die Schweizer Armee (Militär) ist alles andere als homophob. Seit 2009 besteht ein verbindliches Dokument vom obersten Chef der Armee. In diesem wird festgehalten, dass die Armee gegen jede Diskriminierung ist und sie die Vielfalt, also auch homosexuelle Soldaten, sogar begrüsst. Jeder Angehörige der Armee (egal ob Rekrut oder Offizier) hat das Recht auf Schutz vor Diskriminierung.

Homophob sind also höchstens die Menschen, die sich in der Armee befinden. Die Einstellung von diesen Menschen ist jedoch nicht anders als bei den Menschen, denen du in deinem Leben sonst begegnest. Es wird solche haben, die offen gegenüber dem Thema Homosexualität sind, aber leider auch andere. Dies ist von Bereich zu Bereich verschieden, so wie das im zivilen Leben auch sein kann. Es gibt darum Truppengattungen, bei denen mehr Menschen sind, die Homosexualität vollkommen akzeptieren.

Coming-out im Militär

Wie in anderen Lebensbereichen gibt es leider auch hier kein Standardrezept. Viele Faktoren können einen Einfluss haben. Grundsätzlich können wir dir aber raten, dass du vor dem Outing zuerst einmal dein Umfeld abcheckst und versuchst herauszufinden, wie die Einstellung deiner Kameraden ist. Wenn du jemand offenen und toleranten gefunden hast, könntest du eine passende Gelegenheit nutzen, um dich zu outen. Frage diese Person doch auch gleich, ob sie dich unterstützen würde, falls dich jemand diskriminiert. Wenn du aber bei niemandem ein gutes Gefühl hast, dann warte mit dem Outen ab. Das ist auch voll ok und es macht auch nichts, die anderen im Glauben zu lassen, dass du eine Freundin hast. Deine sexuelle Orientierung ist etwas Privates und du bist nicht verpflichtet, es jedem zu erzählen, egal ob im Militär oder im zivilen Leben.

Diskriminierung im Militär

Wenn du bereits schon in der Rekrutenschule bist und du von deinen Kameraden oder dem Kader aufgrund deiner sexuellen Orientierung (oder auch anderem) diskriminiert wirst, dann meldest du dich am besten beim Kompanie Kommandanten. Er ist verpflichtet dich zu unterstützen. Ein anderer Weg ist ein Gespräch mit dem Armeeseelsorger oder dem PPD (psychologisch pädagogischer Dienst). Du hast jederzeit ohne Begründung das Recht, mit einer Fachperson vom PPD zu sprechen. Falls es aber ein Notfall ist oder du dich nicht traust dich an deine Vorgesetzten zu wenden, kannst du mit den QueerOfficers Kontakt aufnehmen.

Vor der Rekrutenschule

QueerOfficers sind für dich auch da, wenn du noch nicht im Militärdienst bist. Egal ob Ängste oder andere Fragen zum Thema Homosexualität und Militär, du darfst jederzeit mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Kannst du dir gar nicht vorstellen ins Militär zu gehen, dann hast du auch die Möglichkeit Zivildienst zu leisten.

Transmenschen in der Armee

Hast du schon mal von Claudia Meier gehört? Claudia ist eine Transfrau und absolviert Militärdienst. QueerOfficers stehen auch für Transmenschen zur Verfügung und vermitteln hilfreiche Kontakte.