Lexikon

Wenn du dich mit den Themen Lesbisch, Schwul, Bisexuell und Trans* vertiefter auseinandersetzt, wirst du vielen neuen Begriffen begegnen. Wir haben darum für dich die wichtigsten in verständlicher und kurzer Form zusammengefasst.

Bist du auf einen unklaren Begriff gestossen, den du hier nicht finden kannst? Schreib uns eine Mail und wir helfen dir weiter.

Einträge von A-C (16)

Agender

Das Wort agender stammt aus dem Englischen. „Gender“ steht für die Geschlechtsidentität, die Vorsilbe „a-“ bedeutet „ohne“ oder „nicht vorhanden“. Agender heisst demnach „geschlechtslos“. Für manche agender Personen bedeutet das, dass sie einfach gar keine Geschlechtsidentität haben, andere empfinden sich eher als geschlechtsneutral.  

AIDS

Aids (Acquired Immunodeficiency Syndrome/Erworbenes Immunschwächesyndrom) ist die Spätfolge einer Infektion mit dem HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus). Bei einer Immunschwäche ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Eine fortgeschrittene Immunschwäche kann zu verschiedenen schweren Erkrankungen und später zum Tod führen. Die HIV-Infektion ist nicht heilbar. Wenn es zu einer Ansteckung gekommen ist, sind regelmässige ärztliche Kontrollen wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für den Start der Behandlung nicht zu verpassen. HIV wird mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Diese müssen täglich, konsequent und das ganze Leben lang eingenommen werden. Mehr Infos findest du unter HIV.

Androgyn

Das Wort androgyn setzt sich zusammen aus „andros“ (Griechisch für „Mann“) und „gyne“ (Griechisch für „Frau“). Androgyne Menschen empfinden sich nicht als männlich oder weiblich, sondern als Mischung daraus, ein anderer Begriff dafür ist „gemischtgeschlechtlich“ oder auf Englisch „mixed-gender“.

Aromantisch

Eine Person, die keine romantische Gefühle gegenüber anderen Menschen empfindet, ungeachtet ihrer Geschlechtsidentität.

Asexualität

  Asexuelle Menschen fühlen sich von anderen Menschen nicht sexuell angezogen, oder sie haben kein Verlangen danach, mit anderen Menschen Sex zu haben. Viele Asexuelle verlieben sich aber trotzdem. Die meisten wünschen sich auch eine Partnerschaft, nur eben ohne Sex. Beim Verlieben kommen ähnliche Orientierungen vor wie in der Sexualität. Manche Asexuelle mögen nur Frauen oder nur Männer, manchen ist es egal, und manche sind nie verliebt. Wenn du noch mehr darüber wissen möchtest, können wir dir folgende Website empfehlen: http://www.asexuality.org/de/

Bigender

Als bigender werden Personen bezeichnet, die zwei Geschlechtsidentitäten haben. Diese können sich abwechseln (siehe Genderfluid) oder gemischt, also gleichzeitig vorliegen.

Biologisches Geschlecht

Ins Englische übersetzt heisst es “sex” (Geschlechtsidentität heisst "gender"). Das biologische Geschlecht setzt sich aus dem hormonellen, anatomischen und genetischen Geschlecht zusammen und wird dem Menschen grundsätzlich bei der Geburt zugewiesen. Häufig wird aber nur nach den anatomischen Ausprägungen entschieden, ob der Körper eines Menschen „männlich“ oder „weiblich“ ist.

Biphobie

Ablehnende Einstellung und/oder diskriminierendes Verhalten gegenüber bisexuellen Menschen. Sie kann sich in verschiedenen Formen zeigen, wie zum Beispiel: Beleidigungen, Ausgrenzung, Witze machen oder sogar körperliche Gewalt.

Bisexualität

Ein bisexueller Mensch fühlt sich von beiden Geschlechtern (Männer und Frauen) angezogen. Es gibt verschiedenste Formen der Bisexualität. Dies kann von nur sexuellen Kontakten bis hin zu Gefühlen reichen.

Butch

Eine Bezeichnung für eine lesbische Frau, die nicht dem gesellschaftlichen Frauenideal entspricht. Sie zeigt eher „männliche“ Verhaltensweisen und kommt eventuell dem auch optisch sehr nah. Wichtig ist dabei, dass dieser Begriff zum Zweck der Selbstdefinition verwendet wird und nicht von Aussenstehenden, die eine Person so wahrnehmen.

Chlamydien

Chlamydien-Infektionen werden durch Bakterien (Chlamydia trachomatis) verursacht und sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Europa. Symptome
  • Juckreiz, Schmerzen und Brennen beim Wasserlösen
  • Ausfluss aus der Harnröhre
  • Jucken oder Ausfluss am Anus
  • Schmerzlose Papel / Geschwür Genital oder Anus
  • Enddarmentzündung mit Schmerzen, Schleim und Blutabgang
  • Fieber, Schwellung der Lymphknoten. Chronischer Verlauf und Aufsteigen der Infektion mit Folgeschäden möglich (z. B. Unfruchtbarkeit, schwere Entzündungen z.B. der Prostata, Hoden, etc.)
  • Bei 50 % treten keine eindeutigen und spürbaren Symptome auf!
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 1 bis 3 Wochen.
Diagnose
  • Abstrich aus Harnröhre, Rektum, Rachen
Übertragung
  • Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakt: Die Infektion kann durch oralen, vaginalen und analen Gechlechtsverkehr übertragen werden.
Behandlung
  • Antibiotika (Grundsätzlich einmalige Verabreichung eines Antibiotikums)
  • Kein sexueller Kontakt in dieser Zeit
  • Sexualpartner_in muss mitbehandelt werden
  • Eine Früherkennung ist sehr wichtig, da sie vor Komplikationen schützt.
  • Doppelinfektion mit Gonorrhoe/Tripper ist sehr häufig.
Schutzmöglichkeiten Kondome und das konsequente Einhalten der ersten beiden Safer Sex-Regeln verringern das Risiko, sich mit Chlamydien zu infizieren.
  • 1. Eindringen immer mit Gummi.
  • 2. Sperma und Blut nicht in den Mund.
Eine Übertragung kann aber dennoch erfolgen. Deshalb ist es wichtig, die dritte Safer Sex-Regel zu beachten:
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt.
Wer fünf oder mehr Sexpartner pro Jahr hat, soll sich einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen.

Cis-Menschen

Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde, übereinstimmt − also die meisten Menschen (cis = nicht trans*).

Coming-out

Auf Deutsch übersetzt heisst Coming-out „herauskommen“. Es umfasst den langen Weg von der ersten Ahnung, zum Wissen, hin zur Akzeptanz der eigenen Homo-, Bisexualität oder des Trans*-seins, bis zum Informieren des Umfelds, der Familie, Freund_innen sowie Kolleg_innen in der Schule oder am Arbeitsplatz. Mehr dazu findest du unter Coming-out.

Coming-out Day

Seit 1988 wird jeweils am 11. Oktober der Coming-out Day gefeiert. In vielen Ländern werden verschiedene kleinere Aktionen veranstaltet. Ziel ist es, Personen die sich im Coming-out Prozess befinden Mut zu machen, zu sich selbst zu stehen und sich zu akzeptieren. Auch soll an diesem Tag der heteronormativen Gesellschaft dieses Thema näher gebracht werden.

Crossdresser

Personen, die die Kleidung des anderen Geschlechts tragen, unabhängig vom jeweiligen Beweggrund.

CSD / Pride

Der Christopher Street Day (CSD), auch Pride genannt, ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag von LGBT Menschen. Auf der ganzen Welt finden dazu friedliche und sehr bunte Umzüge und Festivals statt, an denen für die Rechte und gegen die Diskriminierung demonstriert wird. Der Ursprung führt auf den 28. Juni 1969 zurück. An diesem Tag fand an der Christopher Street in New York in der Bar Stonewall Inn eine Razzia durch die Polizei statt. Es folgten tagelange Strassenschlachten zwischen sexuellen Minderheiten (Homosexuelle, Trans* etc.) und der Polizei.
Einträge von D-H (20)

Demiboy / Demigirl

„Demi“ ist Französisch und bedeutet „halb“, „girl“ und „boy“ sind die englischen Wörter für „Mädchen“ und „Junge“. Demigirl bedeutet, dass die Person mehrere Geschlechtsidentitäten hat, und eine davon weiblich ist. Ein Demiboy ist demnach eine Person mit mehreren Geschlechtsidentitäten, von denen eine männlich ist.

Drag-Queen / Drag-King

Früher vor allem Bühnenkünstler_innen, die mit der Übertreibung von weiblichen und männlichen Stereotypen spielten, umfasst heute verschiedene Varianten von Bühne bis Alltag, sich teilweise auf humoristische weise männlich/weiblich zu stylen. Drag bedeutet ursprünglich: dressed as a girl (Drag-Queen) oder dressed as a guy (Drag-King).

Femme

Femme ist das Gegenstück zu butch. Also eine Bezeichnung für eine lesbische Frau, die sehr feminin auftritt. Wichtig ist dabei, dass dieser Begriff zum Zweck der Selbstdefinition verwendet wird und nicht von Aussenstehenden, die eine Person so wahrnehmen.

Fremdouting

Wenn eine andere Person weitererzählt, dass jemand z. B. lesbisch, schwul, bi oder trans* ist.

Gender Gap

Der Unterstrich (z.B. bei Schüler_innen) ist als Platzhalter gedacht, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten, die sich nicht in ein Zweigeschlechtersystem fassen lassen, mit zu benennen. Der Gender Gap ist der Unterstrich, der zum Beispiel den Grossbuchstaben in einem Wort ersetzt: SchülerInnen --> Schüler_innen. Er schliesst nicht nur die zwei binär geordneten Geschlechter Mann und Frau ein, sondern verweist auf die Vielfalt möglicher und bestehender Geschlechter. Die heteronormative Konstruktion von Geschlecht kann so vermieden werden. Unter heteronormativ wird verstanden, dass ausschliesslich von zwei Geschlechter (männlich und weiblich) ausgegangen wird, sich diese gegenseitig begehren und sich jeweils geschlechterrollenkonform verhalten (sollen). Alle anderen Formen werden in dieser Konstruktion nicht berücksichtigt. Der Unterstrich ermöglicht somit einen Zwischenraum, der auf Geschlechter und Geschlechterrollen jenseits von oder zwischen Frau und Mann verweist.  Beispiele: der_die Schüler_in die_der Jugendliche die Schüler_innen ein_e Schüler_in die_der Schüler_in, die_der zu spät kam... das Zeugnis der Schülerin_des Schülers  

Gender Star

Der Gender Star ist wie der Gender Gap eine Variante für geschlechtergerechte Sprache. Das Sternchen dient als Platzhalter für eine beliebige Anzahl und Kombination von Buchstaben. Bei der Verwendung im Trans*-Kontext werden dadurch alle Identitäten, die nicht Cis sind miteingeschlossen.

Genderfluid

Ein Mensch wird als genderfluid bezeichnet, wenn sich die Geschlechtsidentität kontinuierlich verändert.

Genderqueer

Eine Bezeichnung für alle Menschen, die keine klare männliche oder weibliche Geschlechtsidentität besitzen. Es bestehen verschiedenste Formen wie zum Beispiel:
  • beide Geschlechter (Mann und Frau)
  • weder Mann noch Frau (neutral)
  • Zwischen den Geschlechtern wechseln (fliessend)

Geschlechtsidentität

Innere Gewissheit, welches Geschlecht man selbst hat. Die Geschlechtsidentität entscheidet, ob eine Person eine Frau oder ein Mann ist, beide, fliessende, mehrere oder andere Geschlechter oder gar kein Geschlecht hat.

Gonorrhoe / Tripper

Gonorrhoe, umgangssprachlich auch "Tripper" genannt, ist weltweit eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch Bakterien (Neisseria gonorrhoeae, auch als Gonokokken bekannt) verursacht. Symptome
  • Eitriger Ausfluss aus Vagina, Penis oder Anus
  • Schmerzen an der Scheide oder Eichel
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Selten können rektale Symptome wie Jucken, Brennen und evtl. Schleim/Eiter im Stuhl auftreten.
  • Im Rachen treten kaum Symptome. Es sind jedoch Halsschmerzen, Rötung und Reizung im Mund- und Rachenraum möglich.
  • Gonorrhoe kann von alleine abheilen, aber auch chronisch werden mit Prostata-/Nebenhodenentzündung oder Bindehautentzündung. Folgeschäden können bis zur Unfruchtbarkeit führen.
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) Etwa 2–6, meistens 3 Tage
Diagnose
  • Abstrich aus Harnröhre, Rektum, Rachen
Übertragung
  • Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakt: Die Infektion kann durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen werden.
  • Auch gegenseitiges Masturbieren oder über Sexspielzeug
Behandlung
  • Heilbar mit Antibiotika (Grundsätzlich einmalige Verabreichung eines Antibiotikums)
  • Bei Unterleibs- und Darmentzündungen ist eine längere Behandlung erforderlich.
  • Sexpartner und Sexpartnerinnen müssen gleichzeitig auch behandelt werden, um sogenannte «Ping-Pong»-Infektionen zu vermeiden.
Schutzmöglichkeiten Kondome und das konsequente Einhalten der ersten beiden Safer Sex-Regeln verringern das Risiko, sich mit Gonorrhö zu infizieren.
  • 1. Eindringen immer mit Gummi.
  • 2. Sperma und Blut nicht in den Mund.
Eine Übertragung kann aber dennoch erfolgen. Deshalb ist es wichtig, die dritte Safer Sex-Regel zu beachten:
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt.
Wer fünf oder mehr Sexpartner pro Jahr hat, soll sich einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen.

Hepatitis A

Das Hepatitis-A-Virus ist die häufigste Ursache für virusbedingte Leberentzündungen. Weltweit treten ca. 1.4 Millionen neue Infektionen pro Jahr auf. In der Schweiz treten jährlich etwa 100 Fälle auf. Verlauf/Symptome
  • Hepatitis A ist eine akute Erkrankung, die durch Fieber, Unwohlsein, Gelbsucht, Appetitlosigkeit und Übelkeit gekennzeichnet ist.
  • Typischerweise dauert die Krankheit mehrere Wochen und heilt in der Regel spontan aus.
  • Die Infektion ist nie chronisch und hinterlässt eine lebenslange Immunität.
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 15 bis 50 Tage
Diagnose
  • Blutuntersuchung
Übertragung
  • Fäkal-oral: Durch Kontakt oder Schmierinfektion, entweder im Rahmen enger Personenkontakte, z.B. beim Rimming, oder mit Fäkalien kontaminierte Lebensmittel, Wasser oder Gebrauchsgegenstände (meistens beim Reisen im Ausland).
Wichtig: Hepatitis-Viren bleiben auch ausserhalb des Körpers tagelang aktiv. Auch eingetrocknetes Blut bleibt infektiös! Schutzmöglichkeiten
  • Hepatitis A lässt sich mit einer Impfung vorbeugen.
 

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine infektiöse Leberentzündung, die durch das Hepatitis-B-Virus ausgelöst wird. In der Schweiz erkranken jährlich weniger als 100 Personen an akuter Hepatitis B. Männer sind dabei weitaus stärker betroffen. Verlauf/Symptome
  • Der Verlauf ist sehr unterschiedlich.
  • Bei ca. einem Drittel verläuft die Krankheit ohne Symptome.
  • Unspezifische Symptome: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber oder Hautausschlag
  • Meist heilt eine akute Hepatitis B spontan vollständig aus.
  • Bei 5 bis 10% entwickelt sich jedoch eine chronische Hepatitis B. Diese kann zu einer Leberzirrhose oder zu Leberkrebs führen.
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 45 bis 180 Tage
Diagnose
  • Blutuntersuchung
Übertragung
  • Durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (insbesondere Blut und Genitalsekreten) infizierter Personen wie z.B.:
    • Beim gemeinsamen Gebrauch von Injektionsspritzen.
    • Beim Sex (genital, anal, oral).
    • Schon bei kleinsten Verletzungen der Haut oder über die Schleimhaut.
Wichtig: Hepatitis-Viren bleiben auch ausserhalb des Körpers tagelang aktiv. Auch eingetrocknetes Blut bleibt infektiös! Behandlung
  • Kann mit antiretroviralen Medikamenten therapiert werden.
  • Diese können den Virus gewöhnlich nicht eliminieren, aber seine Vermehrung dauerhaft hemmen und die Krankheit zum Stillstand bringen.
Schutzmöglichkeiten
  • Für einen lebenslangen Schutz sind drei Impfungen notwendig (zweite Impfung nach einem Monat, dritte Impfung nach weiteren fünf Monaten).
  • Um definitiv sicher zu sein, kann nach einem Monat nach der dritten Impfung der Titer mittels Blutuntersuchung bestimmt werden.
  • Bei Unsicherheit kann der Impfschutz per Bluttest bestimmt werden.

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Leberentzündung, ausgelöst durch eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). In der Schweiz werden ca. 50 neue Fälle pro Jahr gemeldet. Der Männeranteil liegt konstant hoch und beträgt ca. 70%. Verlauf/Symptome
  • Bei 75% der Infizierten treten keine Symptome
  • Es können Symptome wie z.B. Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Gelbsucht auftreten.
  • Nach sechs Monaten ist bei 20 bis 30% der Infizierten die Infektion ohne Behandlung ausgeheilt. Sie sind aber dadurch nicht vor Hepatitis C geschützt und können sich deshalb erneut anstecken.
  • Bei 70 bis 80% heilt die Infektion nicht spontan und verläuft somit chronisch.
  • Chronisch Infizierte leben meistens jahrelang symptomlos weiter.
  • In ca. 5 bis 30% dieser Fälle entwickelt sich nach mehreren Jahrzenten eine Leberzirrhose.
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 6 bis 9 Wochen
Diagnose
  • Blutuntersuchung
Übertragung
  • Da der Krankheitserreger in erster Linie durch Blut einer infizierten Person übertragen wird, besteht die Gefahr einer Infektion vor allem bei...
    • ...gemeinsamem Gebrauch von Injektionsspritzen, Nadeln und Zubehör sowie Röhrchen zum Sniefen.
    • ...beim Tätowieren/Piercen mit nicht sterilen Instrumenten.
  • Hepatitis C kann in seltenen Fällen bei verletzungsträchtigem Sex übertragen werden (Dildo, Fisting etc.), primär bei Blut-Schleimhaut-Kontakt.
Wichtig: Hepatitis-Viren bleiben auch ausserhalb des Körpers tagelang aktiv. Auch eingetrocknetes Blut bleibt infektiös! Behandlung
  • Kann mit antiviralen Medikamenten behandelt werden.
  • 75% der Behandelten können so geheilt werden, sind jedoch nicht vor einer erneuten Infektion geschützt.
  • Derzeit kommen neue, gut verträgliche und sehr effektive Medikamente zur Heilung von Hepatitis C auf den Markt.
Schutzmöglichkeiten
  • Keine Impfung gegen Hepatitis C vorhanden.
  • Bei Gruppensex für jeden Partner ein neues Kondom verwenden.
  • Bei Risikoaktivitäten sind die richtigen Schutzmassnahmen einzuhalten:
    • Beim Fisten für jeden Partner neue Handschuhe
    • Gleitmittel nicht aus einem gemeinsamen Topf verwenden.
    • Beim Sniefen von Drogen (Kokain, Ketamin, Speed, Crystal etc.) immer eigenes Röhrchen verwenden, keine Banknoten zum Sniefen.
    • Bei intravenösem Konsum, immer eigene Spritze
    • Substanzfläschchen zum Aufziehen der Spritze nicht teilen!

Heteronormativität

Heteronormativität beschreibt eine Ansicht, die Heterosexualität als soziale Norm festschreibt. Hier wird hauptsächlich von einem Zweigeschlechter-System (männlich-weiblich) ausgegangen, in dem das biologische Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung für jeden gleichgesetzt wird. Das führt dazu, dass Menschen, die sich nicht als heterosexuell bezeichnen oder sich in dem Zweigeschlechter-System einordnen wollen rechtliche sowie gesellschaftliche Benachteiligungen und Diskriminierungen erfahren.

Heterosexualität

Heterosexuelle Menschen fühlen sich von Menschen des anderen Geschlechts angezogen.

Hijra

Diese Bezeichnung wird in Südasien für Menschen verwendet, die weder Mann noch Frau sind, sondern ein drittes Geschlecht haben. Sie leben meistens in Gemeinschaften unter sich.

HIV

Das HI-Virus (Human Immunodeficiency Virus, Menschliches Immunschwäche-Virus) greift das Immunsystem an. Bei einer Immunschwäche ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Eine fortgeschrittene Immunschwäche kann zu verschiedenen schweren Erkrankungen und später zum Tod führen. Die HIV-Infektion ist nicht heilbar. Wenn es zu einer Ansteckung gekommen ist, sind regelmässige ärztliche Kontrollen wichtig, um den richtigen Zeitpunkt für den Start der Behandlung nicht zu verpassen. HIV wird mit antiretroviralen Medikamenten behandelt. Diese müssen täglich, konsequent und das ganze Leben lang eingenommen werden. In der Schweiz leben ca. 25’000 Menschen mit dem Virus. Verlauf
  • Unbehandelt durchläuft die HIV-Infektion drei bis vier Stadien.
  • Die Dauer dieser Stadien unterscheiden sich von Menschen zu Mensch.
  • Die Zeit, in der HIV-positive Menschen beschwerdefrei leben können, variiert zwischen wenigen Monaten und fünfzehn Jahren.
  1. Stadium (Primoinfektion) In den ersten Wochen bis drei Monate steigt die Virenlast schnell an. Darum ist eine frisch infizierte Person hoch ansteckend (Virenlast 100 Mal höher). In dieser Zeit treten oft Symptome wie bei einer Erkältung oder einer Grippe auf. Teilweise verläuft diese akute Phase aber auch völlig beschwerdefrei.
  2. Stadium asymptomatisch, durchschnittlich 7–10 Jahre. Die Latenzphase verläuft grundsätzlich symptomfrei. Das Virus breitet sich dennoch schleichend aus und strapaziert das Immunsystem permanent.
  3. Stadium Ab einem gewissen Zeitpunkt kann es sich nicht mehr ausreichend gegen Krankheiterreger wehren. Der Körper zeigt jetzt häufiger Anzeichen einer Immunschwäche. Es entstehen ähnliche Symptome wie im 1. Stadium. Sie verschwinden dieses Mal jedoch nicht.
  4. Stadium AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome), Immunsystem ist stark beeinträchtigt und darum sehr anfällig auf lebensbedrohliche Krankheiten, diese werden auch opportunistische Krankheiten genannt. (z.B. Lungenentzündungen, Tumore, Hefepilz Candida albicans). Der gesunde Mensch kann sich problemlos gegen solche Infektionen wehren – ein HIV-Positiver hingegen stirbt daran. Wichtig: Man stirbt nicht an AIDS, sondern an den opportunistischen Krankheiten. Das Immunsystem so sehr geschädigt, dass es sich dagegen nicht mehr wehren kann.
Symptome
  • Lymphknotenschwellung, Fieber, Nachtschweiss, Abgeschlagenheit, Hautausschläge, Gelenkschmerzen.
  • Ähnlichkeit zu einem grippalen Infekt.
Inkubationszeit (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 2 bis 6 Wochen Diagnose
  • Blutuntersuchung
  • Ab dem 15. Tag nach einer Risikosituation kann eine HIV-Infektion festgestellt aber nicht ausgeschlossen werden.
  • HIV-Schnelltest (kapillare Blutentnahme von der Fingerkuppe): Ab 3 Monaten kann eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden.
  • HIV-Labortest (venöse Blutentnahme in der Ellenbeuge): Ab 6 Wochen kann eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden.
Übertragung
  • Über Blut und Sperma, die das Virus in hoher Konzentration enthalten können.
  • Bei Entzündungen (zum Beispiel durch andere sexuell übertragbare Infektionen) und kleinen Verletzungen der Schleimhaut, zu denen es beim Analverkehr häufig kommt.
Therapie
  • HIV ist derzeit nicht heilbar.
  • Antiretrovirale Therapie (ART), die eine lebenslange tägliche Einnahme von Medikamenten bedingt. Die HI-Viren werden soweit supprimiert, dass diese im Blut nicht mehr nachweisbar sind und die Anzahl der CD4-Zellen wieder steigt. Das Immunsystem der infizierten Person erholt sich und die Weiterentwicklung der Infektion hin zum 3. Stadium, dem AIDS-Stadium, wird verhindert.
Schutzmöglichkeiten Kondom, undetectable, PrEP

Homophobie

Ablehnende Einstellung und/oder diskriminierendes Verhalten gegenüber homosexuellen Menschen. Sie kann sich in verschiedenen Formen zeigen, wie zum Beispiel: Beleidigungen, Ausgrenzung, Witze machen oder sogar körperliche Gewalt.

Homosexualität

Homosexualität ist ein Überbegriff für Menschen, die sich zu Menschen des gleichen Geschlechts hingezogen fühlen. Dabei geht es um mehr als einfach mit dem gleichen Geschlecht Sex zu haben. Ein Mann, der sich zu Männern hingezogen fühlt bezeichnet man als schwul, eine Frau, die sich zu anderen Frauen hingezogen fühlt als lesbisch. Man geht davon aus, dass 5-10% der Bevölkerung homo- oder bisexuell sind.

HPV

Humane Papillomaviren (HPV) sind häufig vorkommende Viren, welche die Haut oder die Schleimhaut infizieren. Es gibt viele verschiedene Typen von HPV, die unterschiedliche Krankheiten auslösen können. HPV-16 und HPV-18 sind am häufigsten für Krebs verantwortlich. HPV-6 und HPV-11 verursachen am häufigsten Genitalwarzen. Verlauf/Symptome Zwei Drittel der Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Falls HPV-Typen mit niedrigem Risiko Symptome verursachen, sind dies Hautveränderungen in Form von Warzen. Diese treten unter anderem im Innern der Vagina oder im After auf und sind manchmal nur bei einer gezielten ärztlichen Untersuchung zu erkennen. Sie können jedoch auch als blumenkohlartige Wucherungen im äusseren Genital- und Analbereich auftreten. Hochrisiko-Typen von HPV können verschiedene Krebserkrankungen auslösen, unter anderem Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs oder Krebs im Rachen. Diagnose
  • Abstrich
  • Um Gebärmutterhalskrebs frühzeitig erkennen zu können, ist seit den Siebzigerjahren der Gebärmutterhalsabstrich (auch «Pap-Test» oder Krebsabstrich genannt) in der Schweiz etabliert. Er wird bei unauffälligem Befund alle drei Jahre empfohlen (und von den Krankenkassen vergütet).
Übertragung
  • Vaginaler, oraler oder analer Geschlechtsverkehr
  • Ausserdem ist während der Geburt eine Übertragung von der Mutter auf das Kind möglich.
Behandlung
  • Die Auswirkungen einer HPV-Infektion werden mit oft langfristig lokal anzuwendenden Medikamenten oder auch chirurgisch behandelt.
Schutzmöglichkeiten Es gibt zwei verschiedene Impfstoffe gegen HPV. Am sinnvollsten ist eine Impfung vor Beginn der sexuellen Aktivität. Das Bundesamt für Gesunheit BAG und die Eidgenössische Kommission für Impffragen EKIF empfehlen die HPV-Impfung allen Jugendlichen (Mädchen und Jungen) im Alter von 11 bis 14 Jahren. Auch für 15- bis 26-Jährige kann die Impfung Sinn machen, weshalb sie als Nachhol- bzw. ergänzende Impfung empfohlen wird. Bei Fragen wendet man sich am besten an den Arzt oder die Ärztin.
Einträge von I-P (14)

IDAHOT

Jeweils am 17. Mai wird seit 2005 der Internationale Tag gegen Homophobie und Transphobie (engl: International Day Against Homophobia and Transphobia, IDAHOT) begangen. Der Tag wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten gestrichen hat. Verschiedenste Aktionen weltweit fordern an diesem Tag Respekt für schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Menschen und weisen auf die noch immer vorhandene Diskriminierung sowie die Bestrafung dieser Menschen in verschiedenen Ländern hin.

Inter*/Intersex

Wenn ein Mensch genetisch (aufgrund seiner Geschlechtschromosomen) und/oder anatomisch (aufgrund seiner Geschlechtsorgane) und/oder hormonell (aufgrund des Mengenverhältnisses der Geschlechtshormone) nicht eindeutig den Normen, die für das weibliche oder männliche Geschlecht festgelegt wurden, entspricht.

Lesbisch

Eine homosexuelle Frau wird als lesbisch bezeichnet.

LGBT

Ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung, die für Lesbian, Gay, Bisexual und Trans* steht. Oft werden auch die Buchstaben I, Q und A hinzugefügt. Diese stehen für Inter*, Queer oder Questioning (unsicher) und Asexual.

Metrosexualität

Heterosexuelle Männer, die sehr bewusst auf ihren Körper (Pflege und Hygiene) achten und sich modebewusst kleiden.

Neutrois

Es ist nicht ganz klar, woher dieser Begriff genau kommt. Wahrscheinlich setzt er sich zusammen aus dem Wort „neutral“ und dem französischen Wort „trois“ (drei). Neutrois ist eine dritte, neutrale Geschlechtsidentität. Der Begriff wird manchmal auch als Nullgeschlecht oder geschlechtlos bezeichnet. Zwischen neutrois und agender gibt es einige Überschneidungen. Ein Unterschied ist jedoch, dass neutrois Menschen sich eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen, also dem Geschlecht neutrois, und agender Menschen sich eher als geschlechtslos empfinden. Viele benutzen aber auch die beiden Begriffe neutrois und agender als synonym.

Nicht-binär

Binär stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „zwei“. Es steht in unserer Gesellschaft für die zwei Geschlechter weiblich und männlich. Die Geschlechtsidentität von nicht-binäre Menschen, ist demnach weder weiblich noch männlich. Diese Menschen nehmen sich nicht als Mann oder Frau wahr, sondern ihre Geschlechtsidentität befindet sich ausserhalb dieses geschaftlichen Zweiersystem. Dieses Zugehörigkeitsgefühl ist unabhängig davon, wie der Körper der betroffenen Person aussieht, oder welcher Geschlechtseintrag im Ausweis steht. Manche nicht-binären Menschen empfinden sich als trans*. Dies trifft aber nicht auf alle zu.

Outen/Outing

Anderen Personen mitteilen, dass man lesbisch, schwul, bi, trans* etc. ist.

Pangender

Menschen, die alle Geschlechtsidentitäten in sich vereinen.

Pansexualität

Pan ist ein griechisches Wort und bedeutet übersetzt "umfassend" oder "alles". Ein pansexueller Mensch kümmert sich nicht um Geschlechtergrenzen. Es spielt für ihn keine Rolle, ob eine Person männlich, weiblich, inter* oder trans* ist. Sie begehren/lieben Menschen unabhängig vom Geschlecht.

Passing

Dieser Begriff stammt vom englischen Verb „to pass“, als jemanden durchgehen/gelten, sich als jemanden ausgeben. Die Fähigkeit eines Menschen, als Mitglied desjenigen Geschlechts akzeptiert oder eingeschätzt zu werden, mit dem er sich identifiziert.

PEP

Eine PEP (Postexpositionsprophylaxe) sind Medikamente, die HIV daran hindern, sich im Körper festzusetzen. Dazu werden für vier Wochen HIV-Medikamente eingenommen. Eine HIV-Infektion kann dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert werden. Diese Medikamente müssen von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden und werden von der Krankenkasse übernommen. Wichtig: Am besten sollte eine PEP so schnell wie möglich nach einer Risikosituation, aber spätestens innerhalb von 48 Stunden begonnen werden (je früher desto besser). Für eine Abklärung empfehlen wir einen Checkpoint oder die Notfallstation eines Spitals aufzusuchen. Darum gilt:
  • Nach einer Risikosituation (ungeschützter aktiver / passiver Analverkehr, gerissenes Kondom) schnellstmöglich zu einem Checkpoint oder Notfallstation eines Spitals.
  • Je schneller du reagierst, umso besser! Egal ob Tag oder Nacht, gehe umgehend in den Checkpoint oder das nächstgelegene Spital. Innert 48 Stunden nach der Risikosituation besteht die Möglichkeit mit einer PEP zu starten.
  • Ab dem 15. Tag nach Risikosituation kann eine HIV-Infektion festgestellt aber nicht ausgeschlossen werden. Ab 6 Wochen (Labortest) oder 3 Monaten (Schnelltest) kann eine HIV-Infektion ausgeschlossen werden.

Pink

Die Farbe Pink (auf Deutsch: Rosa) hat für die Schwulenbewegung eine spezielle Bedeutung. Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurden in Deutschland alle homosexuellen KZ-Häftlinge mit einem Rosa Winkel gekennzeichnet. Nach dem Fall des Nazi Regimes wurde das Symbol zum Gedenken an die Opfer und als Symbol für die LGBT-Bewegung verwendet.

PrEP

PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe. Gemeint ist damit die Einnahme von HIV-Medikamenten, bevor ein sexueller Kontakt mit einer HIV-positiven Person oder einer Person mit unbekanntem Status stattfindet. So soll durch die regelmässige Einnahme eines Medikaments eine Ansteckung mit HIV verhindert werden („die Pille davor“). Das musst du wissen:
  • Ein PrEP-Medikament schützt dich genauso gut vor einer HIV-Infektion wie ein Kondom – wenn du es richtig einnimmst.
  • PrEP schützt dich nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) wie Hepatitis, Chlamydien, Syphilis, Tripper.
  • Bevor du eine PrEP einnimmst, musst du sicher sein, dass du HIV-negativ bist.
  • Jede PrEP muss ärztlich begleitet werden, da Nebenwirkungen auftreten können, die du nicht spürst.
Für genauere Informationen und Beratung wende dich an einen Checkpoint.
Einträge von Q-S (10)

Queer

Das Wort queer stammt aus dem englischen und wird häufig für Dinge verwendet, die von der Norm abweichen. Im englischen Sprachraum wurde es als Schimpfwort gegen Menschen verwendet, die von sexuellen und geschlechtlichen Normen abwichen. In der jüngeren Vergangenheit fand das Wort in der LGBT-Bewegung eine neue positive Verwendung und wird als Bezeichnung für alle sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten verwendet, die nicht der gesellschaftlichen Norm von Geschlecht und Sexualität zuzuordnen sind.

Regenbogenfahne

Die Regenbogenfahne ist seit Ender der 90er Jahre ein internationales Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung, bildet die Vielfältigkeit der Community ab und steht für Akzeptanz. 1969 tauchte die Regenbogenfahne beim Begräbnis von Judy Garland auf. Sie selbst hat versteckt lesbisch gelebt und war in homosexuellen Kreisen sehr beliebt. Die Regenbogenfahne tauchte im Zusammenhang mit ihrem bekannten Lied „Over the Rainbow“ aus dem Zauberer von Oz auf. Die erste Regenbogenfahne wurde 1978 von dem Künstler Gilbert Baker in San Francisco hergestellt, nachdem er den Drang der Homosexuellenbewegung nach einem einheitlichen Symbol vernommen hatte. Baker hat die Regenbogenfahne selbst entworfen, gefärbt und zusammengenäht. Diese erste Regenbogenfahne enthielt noch acht Farben. Baker ging mit dieser Flagge zu einer Flaggenfabrik und wollte sie in Massenproduktion geben. Das Problem war nur, dass er die Farben selbst gemischt hatte und sein Pink nicht hergestellt werden konnte. Somit viel das Pink weg und die Fahne hatte noch sieben Farben. Im November 1978 wurde Harvey Milk, der erste offen Schwul lebende Stadtrat von San Francisco, von einem Schwulenhasser ermordet. Es wurde von der LGBT-Community ein Trauer- und Protestmarsch für ihn organisiert. Dabei sollte die Regenbogenfahne zum ersten Mal zum Einsatz kommen. Es sollten auf beiden Seiten der Strasse jeweils drei Farben aufgehängt werden. Somit war die siebte Farbe überflüssig und das Türkis viel weg. Seit dem hat die Regenbogenfahne sechs Farben und ist auf der ganzen Welt bekannt. Die heutige Fahne präsentiert sich folgendermassen:
  • Rot = steht für das Leben und die Liebe
  • Orange = für die Gesundheit und das Heilen
  • Gelb = für die Sonne und das Licht
  • Grün = für den Einklang mit der Natur und die Ökologie
  • Blau = für die Kunst und Kreativität
  • Violett = für den Geist und das Denken
Wichtig zu wissen ist, dass Regenbogenfahne nicht gleich Regenbogenfahne ist. Die Regenbogenfahne welche für die Homosexuellenbewegung steht zeichnet sich dadurch aus, dass die Farbe Rot oben steht und die Farbe Violett ganz unten. Die Regenbogenfahne der Friedensbewegung trägt die Farbe Violett oben und hat zusätzlich noch einen weiteren Farbstreifen in Hellblau.

Regenbogenfamilie

Regenbogenfamilien sind Familien, in denen sich mindestens ein Elternteil als lesbisch, schwul, bisexuell oder trans* versteht. Ihre Kinder können aus vorangegangenen heterosexuellen Beziehungen stammen oder in eine lesbische oder schwule Beziehung hineingeboren, adoptiert oder als Pflegekinder aufgenommen worden sein.

Romantische Orientierung

Die romantische Orientierung beschreibt, zu welchen Menschengruppen man sich (oder eben auch nicht) romantisch angezogen fühlt. Es werden dabei dieselben Vorsilben wie bei der sexuellen Orientierung benutzt. Diese zwei können übereinstimmen, müssen aber nicht. Jemand kann also z.B. homoromantisch homosexuell sein, oder auch biromantisch asexuell. Was romantische Anziehung bedeutet, ist für jeden Menschen anders und kann daher nicht allgemein erklärt werden. So kann z.B. küssen etwas romantisches, sexuelles oder auch etwas freundschaftliches sein.

Rosa Winkel

Der Rosa Winkel gilt als Symbol zur Stigmatisierung von Männern, die während der nationalsozialistischen Zeit als homosexuelle Straftäter inhaftiert wurden. Das Winkelsystem wurde 1937 in allen Konzentrationslagern eingeführt und hat Häftlinge nach Einweisungsgrund kenntlich gemacht. Der Rosa Winkel war ein ca. 5cm grosses Dreieck, welches auf die Spitze gestellt wurde. Es musste von den Häftlingen auf der linken Brustseite der Jacke und auf der rechten Seite des Hosenbeins getragen werden. Unterhalb des Winkels stand die Häftlingsnummer. Es ist unklar, weshalb die Nazis die Farbe rosa für die Kennzeichnung homosexueller Häftlinge wählten. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Zuweisung der Farbe blau zu männlich und rosa zu weiblich genau entgegengesetzt. 1935 erhöhten die Nationalsozialisten die Höchststrafe für homosexuelle Handlungen auf bis zu 10 Jahre Zuchthaus. Im Dritten Reich wurden zwischen 10‘000 – 15‘000 homosexuelle Männer in Konzentrationslager inhaftiert. Eine systematische Verfolgung lesbischer Frauen fand nicht statt, da der Paragraph 175 nur Männer einschloss. Dies unter anderem aus ideologischen Gründen, da die weibliche Homosexualität aufgrund der marginalen Stellung der Frau im Dritten Reich als unbedeutend angesehen wurde. Als in den 50er Jahren das Bundesentschädigungsgesetz verkündet wurde, anerkannte man die Verfolgung aufgrund von Homosexualität nicht als typisches NS-Unrecht. So wurde die erste Gedenktafel erst 1984 im ehemaligen KZ Mauthausen zugelassen. Das berühmte Denkmal in Berlin eröffnete man im Jahre 2008. In den 1970er Jahren wurde der Rosa Winkel von homosexuellen Bürgerrechtsbewegungen in Westeuropa und den USA wieder aufgegriffen als Zeichen der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes. Er wurde jedoch auch verwendet, um auf die fortdauernde Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben und Schwulen aufmerksam zu machen. Das einstige Zeichen der Stigmatisierung wurde zum Sinnbild eines neu gewonnenen politischen Selbstbewusstseins.

Schwul

Ein homosexueller Mann wird als schwul bezeichnet.

Sexuelle Orientierung

Bei der sexuellen Orientierung geht es darum, zu welchem Geschlecht du dich hingezogen fühlst. Bist du ein Junge und verliebst dich in Jungs, dann könnte deine sexuelle Orientierung homosexuell sein. Bist du ein Mädchen und verliebst dich in Jungs, dann würde man von heterosexuell sprechen.

Skoliosexuell

Menschen, die sich nicht zu Cis-Menschen hingezogen fühlen.

STI

Sexuell übertragbare Infektionen (engl. Sexually Transmitted Infections), die unter anderem durch Viren oder Bakterien verursacht werden. Zum Beispiel HIV, Syphilis, Chlamydien, Tripper.

Syphilis

Syphilis ist eine bakterielle, sexuell übertragbare Infektion. Die Erkennung von Syphilis ist ohne medizinische Untersuchung eher schwierig, da die Symptome sehr unterschiedlich und verschieden sein können. Deshalb bleibt sie oft unerkannt und wird leicht weitergetragen. Verlauf / Symptome Der Verlauf ist variabel, zwischen den drei Stadien sind symptomlose Phasen möglich.
  1. Stadium: Erste Zeichen und Symptome können im Zeitraum von einer Woche bis zu drei Monaten nach der Ansteckung auftreten: Schmerzloses Geschwür, rote Flecken oder Knoten (Primäraffekt) an der Eintrittsstelle (überall am Körper möglich, vor allem aber genital, anal oder oral). Oft bleibt es unbemerkt und verschwindet nach vier bis sechs Wochen wieder. Die Krankheit und deren Übertragbarkeit bleiben aber bestehen. Die austretende Flüssigkeit ist hochinfektiös.
  1. Stadium Schliesst sich mehr oder weniger an das erste Stadium an (ca. 4-10 Wochen nach Infektion). Es treten Fieber, Haut- und Schleimhautveränderungen (juckender Ausschlag), Lymphknotenanschwellungen, Haarausfall und andere Symptome auf. Hautausschläge können sehr ansteckend sein. 75 % der Infektionen verlaufen ohne Symptome. Kann während ca. 2 Jahren in Phasen wiederkommen. Es folgt eine Phase ohne äussere Symptome (Spätlatenz), die mitunter lebenslang, manchmal aber auch nur wenige Monate andauern kann.
  1. Stadium Langfristig kann eine Syphilis zu schweren Schädigungen von Herz, Gehirn, Knochen, Haut und anderen Organen führen. In allen Phasen kann es zu Schädigungen des Nervensystems kommen. Dies wird Neurosyphilis genannt.
Inkubationszeit
  • (Zeit bis die ersten Symptome auftreten) 2–3 Wochen, In Ausnahmefällen auch bis zu 3 Monaten möglich!
Diagnose
  • Abstrich oder Blutuntersuchung
  • Syphilis-Schnelltest (kapillare Blutentnahme von der Fingerkuppe): Ab 3 Monaten kann eine Syphilis-Infektion ausgeschlossen werden.
  • Achtung: Sofern jemand schon mal eine Syphilis-Infektion hatte, ist ein Schnelltest nicht mehr möglich!
  • Syphilis-Labortest (venöse Blutentnahme in der Ellenbeuge): Es kann bereits etwas früher eine Syphilis-Infektion nachgewiesen werden.
Übertragung
  • Bei allen sexuellen Kontakten möglich (oral, vaginal, anal)
  • Hohe Übertragungswahrscheinlichkeit an Sexualpartner_in
  • Intensiver Schleimhaut-Schleimhaut-Kontakt
  • Blut sowie infizierte Körpersekrete
  • Kontakt mit Geschwür oder nässendem Ausschlag
  • Küssen, wenn sich die infektiöse Stelle im Mund befindet
Behandlung
  • Im 1. und 2. Stadium gut behandelbar und heilbar durch Antibiotika (Penicillin), in der Regel 1 Dosis per intramuskulärer Injektion.
  • Im Stadium längere Behandlung, Organschäden bleiben
  • Bis zum Ende der Behandlung sollte auf sexuelle Kontakte verzichtet werden, auch Küssen.
  • Partner_in muss mitbehandelt werden.
Schutzmöglichkeiten Kondome und das konsequente Einhalten der ersten beiden Safer Sex-Regeln verringern das Risiko, sich mit Chlamydien zu infizieren.
  • 1. Eindringen immer mit Gummi.
  • 2. Sperma und Blut nicht in den Mund.
  • Eine Übertragung kann aber dennoch erfolgen. Deshalb ist es wichtig, die dritte Safer Sex-Regel zu beachten:
  • Bei Juckreiz, Brennen oder Ausfluss zum Arzt.
  • Wer fünf oder mehr Sexpartner pro Jahr hat, soll sich einmal im Jahr auf sexuell übertragbare Infektionen untersuchen lassen.
Einträge von T-Z (11)

Trans*

Ist eine Sammelbezeichnung, die versucht, alle Menschen zu bezeichnen, die eine andere Geschlechtsidentität besitzen, ausleben oder darstellen, als die, die ihnen bei Geburt von der Gesellschaft zugeteilt wurde.

Transfrau

Frau, die bei ihrer Geburt aufgrund des Körpers als Junge eingeordnet wurde.

Transgender

Diese Bezeichnung ist ein Überbegriff für Menschen, die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Transition

Prozess der sozialen, juristischen und/oder medizinischen Angleichung an das identifizierte / gefühlte Geschlecht (Geschlechtsidentität).

Transmann

Mann, der bei seiner Geburt aufgrund des Körpers als Mädchen eingeordnet wurde.

Transmensch/Transperson

Person, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

Transphobie

Ablehnende Einstellung und/oder diskriminierendes Verhalten gegenüber Transpersonen und geschlechtlich nicht eindeutig auftretenden Menschen. Sie kann sich in verschiedenen Formen zeigen, wie zum Beispiel: Beleidigungen, Ausgrenzung, Witze machen oder sogar körperliche Gewalt.

Transsexualität/Transsexualismus

Medizinischer Begriff für Transmenschen, der veraltet ist und beispielsweise noch beinhaltet, dass die Person auf jeden Fall angleichende medizinische Massnahmen wünscht.

Transvestitismus

Sich nach einem anderen Geschlecht kleiden oder stylen.

Undetectable

HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie mit einer nicht-nachweisbaren Virenlast, können das Virus sexuell nicht weitergeben. Eine wirksame HIV-Therapie schützt also vor HIV-Übertragungen.

Zwangsouting

Wenn ein Mensch gezwungen ist, jemandem zu sagen, dass er z. B. lesbisch, schwul, bi oder trans* ist. Bei Transmenschen zum Beispiel durch noch nicht geänderte Dokumente oder das Aussehen.