Coming-out in der Familie

Das Coming-out gegenüber seiner eigenen Familie ist oft einer der schwierigsten Schritte. Bei uns war das nicht anders. Auch wir haben uns zuvor viele Gedanken gemacht, wie man diese Herausforderung angehen könnte. Mache ich es dann, wenn ich eine_n Partner_in habe oder besser wenn ich alleine bin? Wie, wann und ob man sich gegenüber seiner Familie outet, dafür gibt es leider keine fixfertige Lösung.

Einstellung der Familie herausfinden

Ein erster Schritt könnte zum Beispiel sein, dass du versuchst herauszufinden, wie deine Eltern, Grosseltern etc. über das Thema Homosexualität, Bisexualität oder Trans* denken. Das gibt schon mal viel mehr Klarheit. Um nicht gleich von dir persönlich zu reden, könntest du zum Beispiel beim Mittagstisch über einen gelesenen Artikel von einem homosexuellen Schauspieler, über das Coming-out einer Schulkollegin oder darüber, dass im Unterricht die Lehrperson Transidentität erklärt hat, erzählen. Hier gibt es viele Möglichkeiten.

Eltern brauchen Zeit

Eltern kennen oft keine homosexuellen, bisexuellen oder trans* Menschen persönlich oder sie haben keine Kenntnis davon. Auch für sie ist es darum etwas komplett neues, womit sie sich zuvor nie gross beschäftigt haben. Ängste und Sorgen um dich, aber auch Ablehnung, komische Fragen und verletzende verbale Äusserungen, basieren oft auf Unwissenheit. Gib deinen Eltern darum Zeit, dieses neue Thema kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht hilft es dir dich daran zu erinnern, wie fremd das Thema für dich war, als du noch ganz am Anfang von deinem Coming-out Prozess gestanden bist. Neben Zeit können auch gemeinsame Gespräche hilfreich sein. In unserer Mediathek findest du spannende Bücher extra für Eltern.

Verschiedene Kulturen und Religionen können die Akzeptanz der Eltern zusätzlich beeinflussen. Schau doch mal auf unserer Seite Religion vorbei. Hier haben wir mehr Infos darüber.

Unterstützung für Eltern und Freunde

Hast du gewusst, dass es auch Organisationen für Eltern und andere Angehörige von lesbischen, schwulen, bi und trans* Menschen gibt?

Lesbische, schwule und bisexuelle Menschen

Bei fels bieten Eltern und Freunde von lesbischen oder schwulen Kindern die Möglichkeit, sich mit ihnen auszutauschen oder beraten zu lassen. Auf ihrer Website können du oder deine Eltern auch Info-Material herunterladen oder bestellen. Ein erster hilfreicher Schritt kann sein, eine Broschüre auf den Küchentisch zu legen. Wenn du keine Möglichkeit hast diese auszudrucken oder dir schicken zu lassen, dann ist das absolut kein Problem. Wir drucken sie aus oder bestellen sie auf unsere Adresse und geben dir die Broschüre bei einem persönlichen Treffen.

Transmenschen

Vertraut sich ein Transmensch seinen Angehörigen an, müssen diese auch mit dem Trans* sein umgehen können. Vielen fällt dies nicht von Anfang an leicht. Daher bietet Transgender-Network regelmässig eine Austauschmöglichkeit an für Eltern, Geschwister, Partner_innen – kurz, für alle unsere Liebsten. Treffen, an denen Sorgen und Freuden beredet, Tipps und Informationen ausgetauscht und Kontakte geknüpft werden können.